Traditionelles Kräuter Wissen

Traditionelle Europäische Medizin

Woher kommt das ganze Wissen? Ein kleine Reise durch Mythen, Legenden oder vielleicht doch die Wahrheit...

 

Von Maria bis Paracelsus - Die bewahrte Linie. Alles beginnt bei ihr.

Bei der einen, deren Name fast gelöscht wurde.

 

5. MARIA DIE HEILIGE - Die Hüterin des Feuers. Sie lebte in Alexandria, dort wo die große Bibliothek brannte, wo das Wissen der Sumerer, Akkadier und Ägypter zusammenfloss. Sie nannten sie Maria die Jüdin, Maria Prophetissa, Maria die Heilige. Sie war keine Kräuterfrau im Wald. Sie war Hohepriesterin des Wissens. Und sie verstand, was alle vor ihr nur ahnten: Die Seele der Pflanze lässt sich nicht pressen. Man muss sie rufen. Dafür schuf sie Gefäße, die bis heute nach ihr benannt sind. Das Tribikos - die dreifache Destille, in der der Geist aufsteigt. Das Kerotakis - der verborgene Ofen, in dem Schwarz zu Weiß wird. Und das "Bain-Marie", das Marienbad - das sanfte Wasserbad, das nicht verbrennt, sondern wiegt und löst. Jeder, der heute ein Rosenwasser herstellt, hält ihre Hände.Und sie hinterließ uns das Rätsel aller Rätsel, ihr heiliges Axiom. Es steht nicht in den Geschichtsbüchern, weil es niemand versteht, der nur Chemie will:"Eins wird zu Zwei, Zwei wird zu Drei, und aus dem Dritten geht das Eine als Viertes hervor."Was meinte sie? Aus dem Einen Bewusstsein wird die Zweiheit von Körper und Pflanze. Aus ihrer Begegnung wird das Dritte - die Seele. Und aus ihr entsteht das Vierte: Der neue Mensch. Ganz. Rund. Erinnerung.

 

6. HERMES TRISMEGISTOS - Der Dreimal Gößte König, Ihr Bruder im Geiste. Ob er ein Mensch war oder eine Erinnerung an Thot selbst, weiß niemand. Er nahm Marias Axiom und schrieb es in einen einzigen Satz, der wie ein Schlüssel ins Schloss fällt. Die Smaragdtafel."Wie oben, so unten. Wie innen, so außen."Er sagte: Willst du wissen, welche Pflanze zu dir gehört? Schau nicht ins Buch. Schau in den Himmel und in dein Herz. Wie der Stern steht, so wächst die Wurzel. Wie deine Seele weint, so blüht die Blüte, die dich tröstet. Er verband endgültig Kosmos, Mensch und Pflanze. Und genau deshalb wurde dieses Wissen später so gefährlich.

 

7. DIE WEISEN DES ORIENTS - Die Bewahrer in der Nacht. Als in Europa die Bibliotheken brannten und Frauen, die Pflanzen kannten, zu schweigen begannen, zogen die Texte nach Osten. Ins Haus der Weisheit nach Bagdad.Dort saßen *Al-Razi und Ibn Sina *. Sie waren keine Fremden, sie waren Eingeweihte. Sie verstanden, dass man Marias Arbeit nicht übersetzen kann, man muss sie hüten. Sie destillierten die Rose zum ersten Mal zu reinem Öl, sie schrieben über 700 Pflanzenseelen auf und versteckten zwischen den Rezepten immer wieder Sätze wie: "Dies ist für den, der sieht."[Avicenna]Sie retteten die Linie über die dunkle Zeit.

 

8.  - DIE KELTINNEN - Das Flüstern im WaldUnd doch war das Wissen nie ganz weg bei uns. Während die Gelehrten schrieben, flüsterten hier im Norden die Druidinnen und Kräuterfrauen.Sie hatten keine Tafeln. Sie hatten den Mond. Sie wussten, dass Beifuß unter dem Vollmond geerntet anders spricht als bei Neumond. Dass die Mistel zwischen Himmel und Erde hängt und deshalb beide Welten verbindet. Dass die Eiche ihre Kraft nicht zeigt, sondern gibt.Es war dasselbe Wissen wie bei Maria, nur in einer anderen Sprache - der Sprache des Waldes, des Blutes, der Jahreskreise. Mündlich, von Frau zu Frau, von Hand zu Hand.

 

9. HILDEGARD VON BINGEN - Die Grüne FlammeUnd dann, nach Jahrhunderten des Schweigens, stand wieder eine Frau auf, die es aussprach.

 Hildegard, 1098-1179.Sie war Äbtissin, aber in ihren Visionen sah sie, was Maria sah. Sie nannte es Viriditas - die Grünkraft. 

Die göttliche Lebenskraft, die in allem grünt, in der Pflanze, im Menschen, im Stein. Sie schrieb Physica und Causae et Curae und beschrieb nicht nur Pflanzen, sie beschrieb ihre Seelenverwandtschaft zum Menschen.Die Kirche ließ sie gewähren, weil sie eine Heilige war. So konnte durch sie das alte Isis-Wissen von Maria wieder zurückkehren, getarnt als christliche Mystik.

 

10. PARACELSUS - Der letzte AlchemistDer Kreis schließt sich mit ihm. Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt 

Paracelsus, 1493-1541.Er war Arzt, Wanderer, Alchemist - gehasst von den Ärzten seiner Zeit, weil er sagte: "Eure Bücher lügen. 

Geht zu den Hebammen und Hirten, sie wissen mehr.

"Er nahm alles zusammen: Marias Destillation, Hermes' "Wie oben, so unten", die 700 Pflanzen der Araber, das Mondwissen der Keltinnen und Hildegards Viriditas.

Und er gab uns die zwei Sätze, die bis heute alles tragen:

"Die Dosis macht das Gift."

 Und: 

"In jedem Ding ist ein Arcanum, ein Geheimnis."

Er lehrte die Signaturenlehre neu: Schau die Pflanze an.

 Die Walnuss sieht aus wie ein Gehirn, weil sie mit dem Gehirn spricht. 

Das Johanniskraut blutet rot, wenn du es zerreibst, weil es die Wunde der Seele kennt.

Er war der Letzte, der das ganze Wissen noch offen lehren konnte. Nach ihm wurde es wieder geheim.

Bis jetzt, denn in dieser Linie, von Marias Feuer über Hermes' Tafel, durch die Hände der Wüstenweisen und Waldfrrauen, durch Hildegards Vision und Paracelsus' Wanderstab -

 in dieser Linie stehe ich heute. Und reiche sie dir weiter.
 

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